Die BienenBox ist der ideale Einstiegspartner

Peter-Michael ist Neuimker, aber nach nur einem halben Jahr schon richtig drin in der Berliner Imkerszene. Auf seinem Blog vereint er seine beiden liebsten Hobbys: Die Imkerei und die Fotografie. In einem Garten außerhalb von Berlin gibt er seinen Bienen zwischen 40 Obstbäumen und einem Gemüseacker ein blütenreiches Zuhause. Honig hat er noch nicht geerntet, aber dafür schon selbstgemachte Naturarzneimittel hergestellt.

Peter-Michael mit seiner BienenBox. Bild: Peter-Michael Thiemer bienenfreundschaft.de

Peter-Michael, wie bist du Bienenhalter geworden?Ich bin jetzt 63 Jahre alt und in meinem dritten Lebensabschnitt. Ich wollte was Vernünftiges mit meiner Zeit anfangen und so bin ich auf die Bienen gekommen. Mein Schwiegervater hat in Griechenland vor über 30 Jahren selber geimkert. Damals hat er dies aber wegen der Pestizide aufgegeben. Gerade die Thematik Pestizide, ist dermaßen abstoßend, dass man sich als Stadtmenschen verantwortlich fühlen sollte. Und so bin ich auf die Bienen gekommen und im Internet dann auch auf die BienenBox. Warum hast du dich gerade für die BienenBox entschieden?Die BienenBox ist für mich der ideale Einstiegspartner um in der Stadt mit der Bienenhaltung anzufangen. Dieses Konzept, die Box im Garten, auf dem Dach oder dem Balkon aufzustellen, hat mich einfach fasziniert. Ich hatte keine Erfahrungen mit Beuten, und diese Konstellation hat mich überzeugt. Hier sind mir die Möglichkeiten gegeben, schnell in das Volk reinzuschauen und beides zu sehen: den Brutraum und den Honigraum. Das finde ich schon beeindruckend. Allerdings muss ich sagen, wenn ich mein Völkerzahl vergrößern will, würde ich meine Imkertätigkeiten nicht nur auf die BienenBox begrenzen, sondern würde dann auch andere Beuten ausprobieren.Ich habe mich nach einer kurzen Diskussion mit meiner Frau entschieden, sie im Garten aufzustellen, zumal wir dort 40 Obstbäume haben, die auch bestäubt werden wollen. Wir haben die Box dann gekauft, zusammengebaut und das Seminar besucht. Es begleitet einen Jungimker das ganze Jahr über auf verschiedenen Etappen. Jetzt bin ich etwas über der Halbzeit und bisher mehr als zufrieden. Der Garten liegt etwas außerhalb von Berlin. Ich fahre 4-5 Mal in der Woche dahin, jetzt habe ich die Zeit dazu.Das ist ja ganz schön oft. Kannst du ungefähr einschätzen, wieviel Arbeit du pro Monat ins Imkern steckst?Im Moment wenig, weil die Bienen momentan relativ ruhig sind. Am Anfang, als das Volk Ende Mai einlogiert wurde, wollte ich mindestens ein bis zwei mal in der Woche nachschauen, um zu gucken was für Veränderungen es im Volk gibt. Das würde ich in Zukunft nicht mehr in dem Maße machen. Ich habe sicherlich mehr Zeit als notwenig investiert, aber da spielt auch Neugier eine große Rolle. Ich würde sagen am Anfang waren es ca. 3 Stunden die Woche. Mittlerweile komme ich vielleicht auf eine Stunde die Woche. Das reicht aus.
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Aus Bienenwachs kann man sogar wohltuende Naturarzneimittel herstellen. Peter-Michael hat die Zutaten dafür aus Griechenland mitgebracht.

Wie hast du dich auf das Imkern vorbereitet?

Ganz hervorragend war das Eröffnungsseminar von BienenBox: Da habe ich eigentlich die meisten Infos aufgesaugt. Auf Anregung habe ich mir einige Bienen-Bücher zugelegt und die mehrmals gelesen, weil es manchmal Themen gibt, die für einen Neuimker kompliziert sind. Jetzt fühle ich mich fast wie ein kompletter Imker. Nur die Erfahrung des Honigsammelns habe ich noch nicht, weil das erst im nächsten Jahr drankommt. Da muss ich mich noch ein bisschen gedulden.

Rezept Bienenwachssalbe
Wie hast du die ersten Tage mit deinen Bienen erlebt?Das war eine ganz spannende Sache. Ich hatte einen befreundeten Imker gebeten für mich einen Naturschwarm zu besorgen. Damals habe ich die BienenBox zusammen mit Imkerhut und Handschuhen immer im Auto. Wenn der Anruf kommt, konnte ich also sofort zur Stelle sein. Dann, an einem Maitag um zwölf Uhr: ,,Herr Thiemer., ich habe hier einen kleinen Bienenschwarm, Sie müssen jetzt sofort kommen!‘‘ Nach einer Stunde war ich da. Der Imker hatte in einer Holzkiste den Bienenschwarm drin. Und dann haben wir den Schwarm in meine Bienenbox hineingestoßen, die Rähmchen reingesetzt und gewartet bis die restlichen Bienen langsam hineingingen. Es war ein sehr kleines Volk, das war mir bewusst, aber das war mir egal, ich wollte ein Bienenvolk haben! Und dieses kleine Volk habe ich dann in unseren Garten gefahren. Wir hatten alles vorbereit, mitten im Garten vor den Obstbäumen haben wir dann den Ausgang der BienenBox Richtung Süden aufgestellt. Dann haben wir das Öffnungsgitter aufgemacht, während des Transportes war es ja geschlossen, und dann gestaunt wie aktiv die Bienen umherschwirrten.Hattest du bevor du angefangen hast zu imkern schon Kontakte zur Imkerszene?Eigentlich nicht, das war mehr oder weniger Zufall. Diesen Imker kannte ich von unserem Markt.Tauscht du dich denn jetzt viel mit anderen Imkern aus?Ja, das ist eigentlich auch ganz normal. Ich habe irgendwann mal den Spruch gehört: Eine Frage, drei Imker-Meinungen. Deswegen ist es sehr wichtig, wenn man mehrere Imker befragt. Es gibt in der Imkerei keine ganz klaren Richtlinien, wie was gemacht werden muss. Ich hatte bisher schon einige Sitautionen zu meistern gehabt, und bin froh, dass ich sie habe lösen können. In der Imkerei gibt es immer viele Meinungen und Entscheidungsmöglichkeiten. Letztendlich muss man sich für eine entscheiden und hoffen, dass es die richtige ist.Wo findet dieser Austausch zwischen dir und anderen Imkern statt?Ich bin in einen Imkerverein in Steglitz eingetreten, das ist ein ziemlich großer Verein in Berlin. Da trifft man sich einmal im Monat. Dort kümmert man sich auch um die Jungimker und fragt nach, ob es Probleme gibt oder ob man irgendwie helfen kann. Also die Bereitschaft ist da und das nehme ich auch sehr dankend an.Wie kommt die BienenBox bei den Kollegen im Imkerverein an?In meinem Imkerverein gibt es drei BienenBoxler, wie wir genannt werden. Im Kreis von verschiedenen Imkern gibt es viele verschiedene Beuten. Man wird da nicht ausgegerenzt, ganz im Gegenteil: die Leute sind wirklich neugierig, wie sich die BienenBox macht.Nutzt du das Informations-Angebot auf BienenBox.de?Ja, da habe ich mich auch schon als User eingeloggt. Ich habe auch im Forum zum Thema Auffütterung eine Frage gestellt. Das Feedback und die schnelle Antwort haben mir sehr gefallen. Ich kann jedem Imker nur empfehlen, das Netzwerk zu benutzen und dort Fragen zu stellen. Das ist eine ganz fantastische Sache!
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Wabenbau. Bild: Peter-Michael Thiemer bienenfreundschaft.de

Was würdest du selbst an der BienenBox verbessern?Der Bau der Waben könnte vielleicht beschleunigt werden, wenn man die Rähmchen verdrahtet und Mittelwände aufsetzt. Das will ich nächstes Jahr mal ausprobieren. Andereseits ist es natürlich auch schön zu sehen, wie die Bienen im Naturwabenbau bauen. Das zweite ist, dass man wegen des Naturwabenbaus die Honigwaben nicht schleudern kann. Da könnte man vielleicht nochmal überlegen ob man eine andere Lösung für die Honigernte findet, als sie auf BienenBox.de zu sehen ist.Was hat sich in deinem Leben verändert seit du Bienen hast?Ich bin vier mal gestochen worden. Beim ersten Stich war kaum eine Veränderung des Fingers zu sehen, der zweite Stich, eine Woche danach, war ziemlich heftig. Ich hatte aber keine Allergie, sondern nur Pech, dass ich den innerhalb so kurzer Zeit bekommen habe. Da ist es ganz normal, dass die Schwellung überproportional ist. Stich drei und vier habe ich bekommen, weil ich statt Imkerhandschuhen Gärtnerhandschuhe getragen habe, die dunkel waren. Die Bienen haben mich dann durch den Handschuh hindurch in den Finger gestochen. Das habe ich einer Frau aus einem Imkerladen erzählt und die hat gesagt: ,,Ist doch prima, Bienenstiche sind das beste Mittel gegen Rheuma!‘‘Was sagen eigentlich deine Nachbarn zu deinem Hobby?Die sind begeistert. Das sind natürlich keine Nachbarn, wie bei uns hier in der Stadt, sondern uns trennt ein Gartenzaun. Die warten eigentlich nur noch darauf, dass sie das erste Glas Honig bekommen.Welche Probleme hattest du am Anfang?Wenn das Blütenangebot weniger wird, soll man ja ungefähr Anfang August mit der Fütterung anfangen. Ich habe erst hinterher gelernt, dass man die Box regelmäßig wiegen muss, damit man sieht wie sich gewichtsmäßig das Volk verändert. Durch das Wiegen kann man erkennen ob ein Bienenvolk noch Nektar einsammelt oder nicht. Das ist leider dieses Jahr an mir vorbei gegangen und sollte noch etwas intensiver behandelt werden. Auch wie man beim Wiegen am besten vorgeht.Was würdest du BienenBox-Anfängern empfehlen?Der Zusammenbau ist sehr einfach. Wenn du einen Hammer oder einen Schraubenzieher in die Hand nehmen kannst, dann geht’s Ruck Zuck. Etwas langwieriger war es die 30 Rähmchen zusammen zu bauen. Und die Sichtkontrolle habe ich zuerst immer in der Mittagszeit gemacht. So sollte man es eigentlich nicht machen, sondern eher abends. Erst durch Beobachtungen der BienenBox ist mir aufgefallen: Zwischen 1 und 3 Uhr kommen die Jungbienen raus und am Flugloch ist sehr viel Betrieb. Im Allgemeinen ist das Volk zum Abend hin etwas ruhiger. Was kann ich noch mit auf den Weg geben? Man sollte immer den Imkerschutz tragen, und auch die Handschuhe! Und man sollte naturverbunden sein und sich ein bisschen in der Pflanzenwelt auskennen.Hat sich dein Interesse für Pflanzen parallel zur Bienenhaltung entwickelt?Ja, auf jeden Fall! In diesem Jahr habe ich auf Grund der Imkerei Überlegungen angestellt, was ich noch an Blumen in unserem Garten säen könnte. Diesen Herbst habe ich schon einiges ausgesät und jetzt warte ich auf die Übergangszeit im nächsten Jahr. Wenn die Sommerblühten weg sind haben meine Bienen hoffentlich eine Ersatztracht, wo sie sich genüsslich niedersetzen können. Wenn man in der Stadt imkert, braucht man sich diesbezüglich keine Gedanken zu machen, weil es so viel Angebot gibt. Auf dem Land ist das was anderes. 
Bist du neugierig gewodern und möchtest mehr über das Imkern mit der BienenBox erfahren? Auf bienenfreundschaft.de hat Peter-Michael viele Bilder und Videos hochgeladen. Schau nach wie es den Bienen in seinem Garten geht.
 

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