Irene: Unser Ziel war primär, ein Bienenvolk über den Winter zu bringen, der Honig ist für uns dabei nicht so wichtig.

Liebe Irene, seit kurzem bist du frischgebackene Bienenhalterin. Was dich bisher am meisten an deinen neuen Mitbewohnerinnen fasziniert?Oh, da gibt es eine ganze Menge was mich fasziniert. Zum einen dieser gigantische Organismus, der so fantastisch funktioniert und zum anderen auch die kleine, einzelne Biene, die genau weiß, was sie zu tun hat. Da greift eins ins andere. Ohne die einzelne Biene kein Volk, aber ohne Volk gäbe es auch die einzelne Biene nicht. Außerdem war mir nicht bewusst, dass die Biene auf Platz drei der Nutztiere nach Rind und Schwein steht und so wichtig für unsere Landwirtschaft und für uns Menschen ist.Wie hast du die ersten Tage mit deinen Bienen erlebt?Die ersten Tage waren recht aufregend. Wir haben von einem Berufsimker einen Schwarm bekommen und mein Partner war dabei, als er vom Baum gepflückt wurde. Leider wollte er nicht so recht in die vorgesehe Ablegerkiste einziehen, das dauerte zwei ganze Tage. Erst am dritten Tag durften wir ihn mit nach Hause nehmen und in die Bienenbox einschlagen. Wir haben sie natürlich ganz genau beobachtet und waren überrascht, wie friedlich die Mädels sind.Vor welchen Problemen, standest du gerade am Anfang?Noch bevor wir Bienen hatten, bin ich zu einer Imkerversammlung gegangen und dem Verein beigetreten. Natürlich wird gefragt, welche Beute verwendet werden soll. Wenn man erklärt, dass man mit der BIENENBOX anfängt, sind mitleidige Blicke noch das Geringste was man erntet. Kaum einer kennt den Unterschied zwischen Bienenbox und Bienenkiste. Das führt dazu, dass man gleich in die Schublade der Ökos und Weltverbesserer gepackt wird. Erst wenn klar ist, dass ein verantwortungsvoller Umgang mit den Bienen und allen Vorsorgemaßnahmen gegen Varroamilben etc. ebenso wichtig ist wie mit anderen Systemen, ändert sich die Einstellung ein wenig. Deutschland ist bekannt für die Vielzahl seiner Beutensysteme und die verhältnismäßig neue Bienenbox. Ihr dazugehöriges Betriebssystem mag manch älterem Imker noch nicht erschlossen sein, da der Drang zum „Stadtimkern“ noch nicht jeden erreicht hat.Wie hast du das Imkern gelernt? Mein Mann und ich haben uns sofort zu einem Imkerkurs angemeldet und konnten zum Glück auch einen Bienenpaten gewinnen, der uns bei den ersten Schritten begleitet und uns auch mit zu seinen Bienen nimmt. Außerdem häufen sich seitdem diverse Bücher und Bienenzeitschriften bei uns. Das Internet, speziell YouTube, bietet unendliche Möglichkeiten sich zu informierten. Das ist toll! Über Facebook, im Forum für Neuimker, erhält man Hilfe und viele tolle Tipps. Jedoch wird man sich bald für einen eigenen Weg entscheiden müssen, da die Informationen sehr mannigfaltig sind und letztendlich auch zu Verwirrung führen können.Was genau hat sich in deinem Leben verändert, seit du Bienen hast?Unsere Bienenbox steht direkt auf der Terrasse im Garten. Mein Mann und ich sitzen oft daneben im Strandkorb und beobachten die fleißigen Mädels. Der Alltag verschwindet für einen Moment, man entschleunigt automatisch. In unserem Garten, in dem es vorher bereits viele Erd- und Steinhummeln gab, summen jetzt auch noch die Bienen. Wir haben noch mehr Blumen gepflanzt, die die Bienen mögen. Unserer freie Zeit widmen wir nun gemeinsam den Bienen. Aus der Idee ist ein sinnvolles Hobby geworden. Wir planen die nächsten Beuten, dann aber mit Dadant, bei Freunden in einer Bio-Baumschule aufzustellen. Wir möchten möglichst „naturnah“ imkern. Für meinen Mann sind sie sogar „Therapie-Bienen“ geworden, ähnlich einem Therapie-Hund. Sie vermitteln ihm Ruhe und Gelassenheit. Das Beobachten des Fluglochs mit einer Tasse Kaffee in der Hand ist mittlerweile Ritual.Was sagen deine Nachbarn oder dein Vermieter zu deinem neuen Hobby?Wir wohnen in einer ländlichen Gegend mit Einfamilienhäusern, die genügend Abstand zu einander haben. Wichtig war uns, unsere direkten Nachbarn, die drei kleine Kinder haben, auf unserem Weg zum Hobbyimker mitzunehmen. Wir haben sie als erstes gefragt, ob sie etwas dagegen haben, oder ob jemand allergisch ist. Sie waren sofort einverstanden und mehr noch, die Kinder sind total interessiert und konnten es gar nicht abwarten, dass die Box endlich einmal geöffnet wird. Sie waren dann dabei und haben viel gefragt und wir haben viel erklärt. Wir alle waren aufgeregt, aber es hat uns auch allen sehr viel Spaß gemacht.Aus welchen Gründen hast du dich entschieden mit der BienenBox zu imkern?Ich habe irgendwie etwas über die Bienenbox erfahren und mich dann im Internet informiert. Meinen Mann musste ich dann noch überzeugen, was aber schnell gelang und dann haben wir die Box bestellt. Wir wollten gerne etwas für den Naturschutz tun, unseren Garten dafür bereitstellen. Unser Ziel war primär, ein Bienenvolk über den Winter zu bringen, der Honig ist für uns dabei nicht so wichtig. Das System der Bienenbox konnten wir verstehen. Es machte Mut damit anzufangen, auch wenn man schon älter ist und nicht die Imkerei von der Pike auf gelernt hat. Dass sich daraus so ein interessantes und breit gefächertes Hobby ergeben könnt,e ahnten wir damals noch nicht. Die nächsten Beuten sind geplant, ein Standort ist gefunden und vielleicht freuen wir uns doch auch irgendwann über den Honig.Zum Schluss, erzähle uns doch bitte warum deine Bienen es gerade bei dir besonders gut haben!Tja, das ist eine gute Frage. Man soll sich ja nicht selbst loben, aber ich glaube wirklich, dass die Mädels es bei uns gut haben, weil wir ihnen gute Standorte zum Leben bieten. In unserem Garten wird keine Chemie eingesetzt, in der Bio-Baumschule auch nicht. Das Bienenweidenangebot ist groß. Wir lieben die Natur mit Fauna und Flora, werden uns um die Bienchen ausreichend kümmern und lassen sie dann einfach machen. Sie wissen schon, was sie tun. Auch wenn wir noch andere Beuten aufstellen werden, die Bienenbox bleibt unsere Nummer 1 auf der Terrasse und wird immer allen als Demonstrationsobjekt für einfaches Imkern stehen.11275527_787355038049510_993077824_naPortrait Irene (3)

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