Was bekommen die Menschen unter der Bienenbox ab

  • #9200
    Profilbild von Jörg

    Interessiert

    Wenn ich eine Bienenbox an meine Balkonbrüstung hänge, wohin bringen die lebenden Bienen ihren Kot und ihre toten Kolleginnen?

    Muss dann meine Nachbarin mehrere 1000 toter Bienen von ihrer Terrasse kehren?

    Vom Flugbetrieb würde sie ja kaum was mitbekommen, aber „Abfälle“ am Gartentisch? Das wäre für mich ein Ausschließungsgrund für den Standort

    Hat da jemand Erfahrungen damit?

    #9205
    Profilbild von Chris

    Bienenhalter

    Ich bin Mentor

    Standort: Garten
    Behausung: Warré Beute, Magazin-Beute, Mellifera Bienenkiste

    Das „kann“ passieren, muss aber nicht.

    In der Box sterbende Bienen würden auf der Terrasse landen. Das ist aber vor allem im Frühjahr ein enges zeitliches Problem wenn die Bienen aufräumen.

    Kot kann immer wieder zum Problem werden…gehört aber für mich – mit Ausnahme der ersten Reinigungsflüge – zu den allgemeinen Erscheinungen in der Umwelt…wie Vogelscheiße auch. Abgesehen vielleicht von den Reinigungsflügen ist es aber zu vernachlässigen.

    Ein anderes Problem sind die Alten heimkehrenden Bienen, die es nicht mehr bis zum Flugloch schaffen. Normalerweise findet man die vor der Kiste im Gras. Die können aber noch stechen wenn man barfuß drauftritt. Wie sich das bei einer Balkoninstallation aber verhält, kann ich mangels Erfahrung damit nicht beurteilen.

    #9226
    Profilbild von Fred

    Bienenhalter

    Standort: Garten, Balkon
    Behausung: Magazin-Beute

    Ich habe 2 Magazine auf dem Balkon verdeckt aufgestellt gehabt, sie flogen links und rechts am Rand bzw in der 15cm Gasse vor den Schilfmatten. Erst im 2.Jahr ragten sie mit 4 Zargen über die Matte und es waren 2 weitere Völker bzw Ableger.

    Von einer offenen Aufhängung der Bienenbox kann ich nur abraten- sorgt für visuellen „Frustaufbau“ von Nachbarn, die sonst überhaupt nichts mitbekommen würden.

    Aus eigener Erfahrung (Mai 2015-August 2016) kann man ausgesuchte Völker(Sanftmut, schwarmträg, ohne Schutz bearbeitbar) auf dem Balkon halten, aber der Verflug von (Jung- und Such-)Bienen besonders zum darunter liegenden Balkon( in geringem Maß auch zum darüberliegenden) und beleuchteten Fenstern ist nicht zu vermeiden. Krabbelnde Jungbienen auf dem Rost der Balkons kamen selten, aber regelmäßig vor. Besonders der untere Nachbar wird tote Bienen auf dem Balkon und Fensterbrettern zusammenfegen können.
    Beim täglichen Vorflug kann es schon zu beträchtlicher Geräuschkulisse für die direkten Nachbarn kommen. Eine Betriebsweise, die Schwärme vermeidet ist Pflicht!
    Bzgl Grillfesten meiner Nachbarn waren meine Bienen stressresistent und haben in der gesamten Zeit keinen Nachbarn belästigt oder gestochen.

    Wenn Wohnungsverwaltungen bzgl. Bienenhaltung im Vorfeld der Aufstellung nicht befragt oder nicht zugestimmt haben, sollte man spätestens bei der Abmahnung das Feld räumen und es nicht
    zu weiteren Urteilen kommen lassen. Die Mehrzahl der Urteile wären aus meiner Sicht nicht notwendig gewesen und erschweren nur Stadtimkern mit toleranter Nachbarschaft das Bienenhalten im Wohngebiet.

    Prozesse wurden nach Mietrecht mit der nicht genehmigten Tierhaltung wilder Tiere(Kleintierurteil 2007)  bzw nicht vertragsgemäßer Nutzung des Balkons durch Tierhaltung verloren! (Pankow2016, Charlottenburg 2017)

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