Bienenkiste

Die Unterschiede zur BienenBox im Überblick

Durch die Namensähnlichkeit von BienenBox und Bienenkiste kann es leicht zu Verwirrungen kommen oder sogar passieren, dass beide Konzepte in einen Topf geschmissen werden. Beide Prinzipien basieren auf einer Bienenhaltung, die ökologisch bzw. wesensgemäß ausgerichtet ist. Dabei ist wichtig, dass die Bienen ihre eigenen Waben bauen, auf ihrem eigenen Honig überwintern und die Schwarmstimmung als natürlicher Fortpflanzungsprozess respektiert und gefördert wird. Die Behausungen sind jedoch von ihrem Aufbau und dem daraus resultierenden Handling grundlegend verschieden.

Bienenkiste

Bienenkiste - wat-geiht.de-2

Quelle: wat-geiht.de

Die Bienenkiste stützt sich auf ein altes Prinzip des „Krainer Bauernstocks“, der überwiegend im slowenischen Sprachraum entwickelt wurde. Die Vorteile dieser Behausung lagen in ihrer leichten Transportfähigkeit für Wanderimker. Ebenso waren sie leicht stapelbar und konnten somit platzsparend aufeinander gestellt werden. Durch die Enge der Kiste und die daraus geringere Quantität der Honigproduktion, hat sich der Stockwahrscheinlich nicht weiter ausgebreitet.2006 hat Erhard Maria Klein in Zusammenarbeit mit Thomas Radetzki und dem Mellifera e.V. dem Krainer Bauernstock neues Leben eingehaucht und aus dessen Grundprinzip, kombiniert mit einigen Verbesserungen in der Handhabung, die Bienenkiste entwickelt. Grundlegend ist die Bienenkiste wie der Krainer Bauernstock eine Behausung, die im Stabilbau funktioniert. Das bedeutet, dass der/die Bienenbetreuer*in nicht dazu befähigt ist, einzelne Waben aus der Behausung zu entnehmen. Um an das Bienenvolk zu gelangen muss die Behausungen nicht wie bei den meisten anderen mit einem Deckel geöffnet, sondern auf den Kopf gestellt werden. Durch das komplizierte Öffnen der Behausung werden die Bienen weniger vom Menschen gestört, finden jedoch nicht nach Hause, wenn die Behausung auf dem Kopf steht.

BienenBox

Die BienenBox stützt sich ebenfalls auf einem älteren Prinzip namens Trogbeute. So werden alle Behausungen bezeichnet, die eine trogähnliche Form haben. 2012 begann Johannes Weber aus seinen Erfahrungen mit der Bienenkiste und seinen Anforderungen an eine für ihn angenehme Bienenhaltung für Mensch und Biene die BienenBox zu entwickeln. Anfangs wurde die BienenBox unter dem Namen Balkonbeute bekannt, weil sie eine Haltung von Bienen am Balkon möglich macht. Die BienenBox funktioniert mittels handlicher Rähmchen auf der Basis des Mobilbaus. Dieser erlaubt, wenn denn erwünscht, einen tiefen Einblick in das Bienenvolk. Vor allem im städtischen bzw. Siedlungs-Raum ist es sehr von Vorteil durch den Blick ins Volk die Schwarmstimmung der Bienen lenken zu können und somit unkontrollierbare Schwärme verhindern zu können. Zugang zu den Bienen bekommt man durch den großen Deckel. Ein Jutetuch bietet den Bienen auch beim Öffnen genügend Schutz.

Zusammenfassung der Unterschiede

BienenkisteBienenBox
GrundprinzipKrainer BauernstockTrogbeute
BauartStabilbauMobilbau
ZugangBehausung wird auf den Kopf gestelltDeckel wird nach oben aufgeklappt
RähmchenkeineKuntzsch-hoch
HonigernteWaben werden im hinteren Teil abgetrennt (Schleudern nicht möglich)Waben werden in Rähmchen entnommen (Schleudern möglich)
Umgang mit SchwärmenSchwarmlenkung nur bedingt möglichSchwarmlenkung möglich
VarroakontrollePuderzucker-MethodeÜber den Boden möglich
Anbringung  Garten, DachGarten, Dach, Balkon
 Hier geht’s zur Webseite der Bienenkiste: www.bienenkiste.de